tram.fahrt

Es ist Freitag Abend.

Ich steige in die Tram.

Einfach so. Ohne Plan wohin es mich zieht. Eigentlich habe ich mich mit einer Freundin verabredet, werde dann aber kurzfristig versetzt. Macht nichts. Es ist was dazwischen gekommen, vertröstet sie mich.

Also steige ich in die 15ner-Tram ein.

Die Tram ist voll besetzt. Einige gehen mit ihren Freunden aus, andere machen sich auf ihren Heimweg von der Arbeit. So erscheint es mir zumindest, wenn ich mich umschaue.

Eine Gruppe junger Frauen steigt ein. Eine tragt eine Schärpe. Vermutlich eine zukünftige Braut. Oh! Bachelorette-Abend. Danach sieht es stark aus. Alle in pink 😉

Ich steige aus.

Schaffhauserplatz

Ich schaue mich um.

Ah, da kommt wieder eine Tram.

Oh, die gleiche.

Was soll’s.

Ich steige wieder in die Tram.

Dieses Mal scheint die Tram weniger besetzt zu sein.

Eine ältere Dame lächelt mich an. Ich lächle zurück und setze mich gleich parallel neben ihr ans Fenster.

Nächster Halt Sonneggstrasse.

Ein schönes Paar steigt eng umschlungen ein. Sie trägt eine weiß Bluse mit kleinen Pandas bedruckt und die andere einen schönen grün farbigen Blazer.

Ein Paar?

Vielleicht lesbisch ?

Weiß nicht.

Sie würden auf jeden Fall ein schönes Paar abgeben. Oh! Warte… Ein Inniger Kuss. Scheint doch so zu sein.

Wie Liebe schön sein kann.

Ich lächle innerlich.

Nächster Halt: Rathaus

Die Tür öffnet sich. Man hört die lauten Stimmen aus der Cranberry Bar.

Eine Stimme ruft: “Hey Glenn, bisch es du? Chum use…!”

Leider ist es so dunkel, dass ich nicht sehen kann, wer nach mir gerufen hat. Ich winke blind aus dem Fenster und fahre weiter.

Bellevue

Die Tram leert sich. Ich frage mich, ob ich bei der nächsten Station aussteigen soll oder weiter sitzen bleibe?

Endstation steht auf dem Display. Ok, da muss ich wohl aussteigen.

Am Bahnhof Stadelhofen bilden sich viele Gruppen. Einige sind top gestylt als würden sie zu einem Event gehen, doch mein Gefühl tippt eher aufs Mascotte. Andere sind im Adidas-Trainer unterwegs, sitzen auf der Treppe mit ihren Homies uns unterhalten sich über ihren Alltag und trinken Bier dazu.

“Äxgüsi, Hesch du mir es Füür ..?” fragt mich ein Kerl, der aussieht wie eine jüngere Version von Liam Hemsworth. Ich gebe ihn mein Feuerzeug und er bedankt sich mit einem Augenzwinkern.

So, wohin führt meine Reise?

Ich entscheide mich in den Zug zu steigen, Richtung Winterthur.

Der Zug ist vollbesetzt. Fast normal um diese Uhrzeit.

Nächster Halt: Winterthur

Ich spaziere nach Hause.

Mit dem Bus hätte ich zwar nur 7 Minuten aber die Luft ist warm und ein kleiner Spaziergang fände ich noch schön. Bisschen die Umgebung erkundigen.

Die Gassen sind dunkel und feucht. Ich mache mich langsam auf dem Weg nach Hause. Auf einmal raschelt es im Gebüsch. Ein kleiner Igel rennt blitzartig über meinen Weg. Hoffentlich wird er nicht von einem Auto erfasst. Gute Reise, kleiner Freund.

Die Luft ist schwül. Gedanken kreisen durch den Kopf. Erinnerungen aus Meiner Jugend. Begegnungen und kleine Anekdoten. Ich schmunzele. Fühle mich wohl.., leicht…, Zufrieden mit mir selbst.

Ein altes Ehepaar spazieren Hand in Hand auf mich zu. “Guten Abend, noch so spät unterwegs..?“ fragt mich der ältere Herr während seine Frau neben ihr steht und mich anlächelt.

“Bin auf meinem Nachhauseweg…” antwortet ich. “Passen Sie gut auf sich auf…” sagt mir die Dame. “Ebenso… und ein schönes, ruhiges Wochenende , wünsche ich Ihnen…” verabschiedet ich und gehe weiter.

Herzig. Solche kurzen Momente sind wertvoll und machen mich glücklich. Endlich bin ich zuhause.

Die Wohnung ist leer. Mein Mitbewohner scheint nicht zu Hause zu sein. Zeit fürs Bett. Gute Nacht, Winterthur.

Morgen Start ein neuer Tag.

Mit neuen Herausforderungen.

X Glenn

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