Paris.

Letztes Wochenende verbrachte ich zwei Nächte zusammen mit Ben. Es war eine spontane Reise, die wir gemeinsam planten. Einfach mal weg aus der Schweiz, um neue Energie zu tanken. Die Anreise war reibungslos, und es war neu für mich mit dem TGV zu reisen statt mit dem Flieger. Paris kannte ich schon, allerdings war es neu für mich, alleine ohne Eltern zu reisen. Ja, ihr habt es schon richtig gelesen.

Obwohl ich den Luxus teile, um die Welt reisen zu können, war ich stets mit der Familie unterwegs und praktisch nie alleine. Mit Ben war es wie ein neues  Abenteuer und ich entdeckte Orte, die mir sonst nie aufgefallen sind. Übernachtet haben wir in seinem Apartment, welches er mit seinem Bruder am Place de la Republique teil. Ein bisschen ausserhalb des Zentrums und doch im Herzen von Paris.

picture by londonjameszurich_2017

Am Freitag, wo ich angekommen bin, zauberte er ein kleines Apero mit leckeren Käse, Schinken und Muscheln. Ganz einfach und natürlich alles selbst zubereitet. Keep it simple, wie ich immer gern sage.

Wir hatten einen schönen Abend zusammen. Haben viel gelacht, neue Seiten an uns entdeckt und ausgetauscht. Das besondere an ihm ist, dass ich mich selber sein kann. Ich muss mich nicht verstellen, um ihm zu gefallen. Das war bei meinen letzten Beziehungen oder Begegnungen nicht oft der Fall. Ich musste «jemand sein», um ihnen das Wasser zu reichen. Einen gewissen Status zu haben – das war stets ein Thema. Ob ich nun in Gucci, Prada etc. rumlaufe, war stets im Gespräch und wurde oft mit Sätzen kommentiert wie: «OMG, so kannst du doch nicht rumlaufen. Was denken sonst die anderen über uns …» Das ist nun alles Geschichte.

Mit Ben beginnt ein neues Kapitel. In Paris. Das Leben ist so kostbar. Wieso sich stets den Kopf zerbrechen, wen man kennt oder nicht, oder was man trägt oder nicht. Das hat für mich keinen grossen Wert mehr. Hier geht es nur um uns. Was andere über mich denken, interessiert mich nicht mehr und ist reine Zeitverschwendung. Aber zurück zum Thema.

Am Samstag machten wir uns auf den Weg zur Maison Rouge und der Kunstausstellung dort «L’Esprit Français», Gegenkulturen 1969-1989. Eine thematische Gruppenausstellung der Kuratoren Guillaume Désanges und François Piron. Von der Erzählfigur bis zur Hardcore-Grafik von Bazooka, von Les Editions Champ Libre bis zu den ersten „Radios Libres“ (eine Form des Piratenradios). Eine Vielzahl von Kreuzungen und Affinitäten. Rund sechzig Künstler und über siebenhundert Werke und Dokumente, die sich über Zeitungen, Flyer, Plakate und Auszüge aus Filmen, Videos und Fernsehsendungen erstrecken.

Besonders gefallen mir die grossen Kunstwerke, bunt verspielt und etwas provozierend aber dennoch… ein Eyecatch..!! Und natürlich Bilder von den DragQueens aus den sechzigern. Grossartig.

Am späteren Nachmittag hatten wir einen kleinen Hunger und entschieden, einen kleinen Bissen zu nehmen im Restaurant „Chez Julien„. Ein kleines schickes Restaurant zwischen Seine und Rue Rivoli, etwas unterhalb des beliebten Marais-Quartiers. Die Gerichte sind sehr schön auf den Tellern angerichtet und schmecken köstlich.

Das „Chez Julien“ ist innen wie auch in der Sonne draussen gemütlich, charmant eingerichtet, und im oberen Stock sieht man auf Fotos, dass es früher eine Bäckerei und nebendran eine Weinhandlung war. Wie passend 😉

Das Restaurant wurde bereits im 18. Jahrhundert eröffnet. Und noch heute fühlt man sich willkommen. So ging es uns jedenfalls, auch wenn wir zwanzig Minuten auf einen Tisch warten mussen. Es hat sich total gelohnt.

Am nächsten Tag haben wir es gemütlich gemacht. Sind spät aufgestanden und machten uns dann auf den Weg zum Parc des Buttes-Chaumont.

Es ist ein Landschaftsgarten im englischen Stil. Dieser Park ist sozusagen ein Klassiker und wirklich ein Meisterwerk der Parkkultur. Es ist ein schöner Ort zum Verweilen und Energie auftanken. Am Sonntag war es dort besonders gut besetzt. Kleine Kinder tummelten sich herum, Paare lagen nebeneinander, und man spürte den Frühling. Schön. Besonders liebe ich den romantischen Berg inmitten des Geländes.

Die Anlage wirkt wie ein Senktrichter, steile Wiesen fallen zum Kern des Parks ab, den der schon erwähnte künstliche Berg bildet. Der Berg kann über eine Brücke erreicht werden, und dann erklimmt man ihn über gewundene Wege, begrenzt von aus Stein gemeisselten Zäunen, die in ihrer Oberflächenstruktur Holz. Die Zäune und auch die Wege, alles sieht aus wie Holz, sind aber aus Beton. Ein lustiger Trick aus der begeisterten Frühzeit des Betonbaus 😉

Den Rest des Tages verbrachten wir zusammen in der Stadt. Dazwischen assen wir ein leckeres Eis aus salzigem Caramel und Mango (toller Kontrast..oder ? grins). Waren beim Modeladen COS und American Apparel und haben bisschen eingekauft.

Am Abend war bereits Zeit für die Rückreise.

Mir fiel es bisschen schwer, Paris zu verlassen. Hätte nicht gedacht dass Paris mir so gefallen würde. Ich hab mich in Paris verliebt. Nicht nur weil ich einen liebevollen Partner an meiner Seite hatte (obwohl: das auch.. grins), aber auch, weil mir die Stadt sehr ans Herz gewachsen ist. Diese Leichtigkeit und schöne Atmosphäre, die wir gemeinsam erlebt haben, waren wunderschön.

Selbst die Wohnung, fast mitten im Herzen Paris, hat mich verzaubert. Zwar nicht so luxuriös, wie ich es mir sonst bei Hotels gewohnt bin, aber genau das machte es aus.

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Es hat nicht viel Schnickschnack, aber genau das gefällt mir an dieser Wohnung und ich danke Ben für dieses wunderschöne Wochenende, das wir zusammen verbracht haben.

Es wird bestimmt nicht dass letzte Mal sein, dass ich in Paris war.

Danke Paris, schön wars.

Xx Glenn

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